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Kinder brauchen halt zum wachsen

In den letzten Jahren haben wir in der Arbeitsstelle für Kindergottesdienst und im Rheinischen Verband an einem Modell gearbeitet, dass es ermöglicht, das Wichtige und Förderliche für eine Kirche mit Kindern darzustellen. Wir entwickelten ein Modell mit vier Ebenen, die eine Voraussetzung haben:

Kinder brauchen Halt zum Wachsen

Wenn wir von Halt sprechen, unterscheiden wir Haltgeben von Festhalten, Eingrenzen, Unfreiheit und Stagnationen. Andererseits brauchen Kinder Grenzen, Klarheit, Verlässlichkeit und Vorbilder.
Wenn wir jemandem Halt geben, erfährt er eine Stütze und Unterstützung, Begleitung und die Bereitschaft sich mit ihm auseinander zu setzen.
Eine Kirchengemeinde kann zu einem Ort werden, an dem Kinder Halt erfahren, auch wenn sie nur einmal die Woche oder einmal im Monat kommen.

 „Haltgeben“ in der „Kirche mit Kindern“ geschieht auf vier Ebenen:

  • Durch das Team, das den Kindergottesdienst gestaltet und Beziehungen ermöglicht.
  • Durch den Glauben bzw. die Inhalte, die das Team den Kindern vermittelt.
  • Durch die Methoden, die Kinder kognitiv, religiös und emotional ansprechen/einbeziehen.
  • Durch den Raum, der den Kindern eine Heimat gibt

Oft genug glauben Kirchengemeinden und Mitarbeitende, dass ein oder zwei dieser vier Punkte/Ebenen für einen sinnvollen und erfolgreichen Kindergottesdienst ausreichen. Doch dies ist weit gefehlt:

  • Wenn ein Team keine Beziehung zu den Kindern herstellen kann, kommt niemand.
  • Wenn den Kindern keine Inhalte und kein Vertrauen/kein Glaube vermittelt werden, wird der Kindergottesdienst ziellos und belanglos.
  • Wenn keine kreativen und ansprechenden Methoden entwickelt und eingesetzt werden, wird alles langweilig und die Kinder schalten ab. Sie bekommen keinen Bezug zu dem Wesentlichen.
  • Wenn der Raum nicht einladend ist und den Kindern keine Heimat bietet, entwickeln Kinder keine Beziehung zum Ort und Kirchen und Gemeindehäusern werden austauschbar und kaum besucht. Der Wert eines „Heimatortes“ wird oft unterschätzt.

So ergibt sich folgendes Bild:

Dieses Bild macht deutlich, dass sich die vier Ebenen berühren, ergänzen und einander bedürfen.
Die teilnehmenden Kinder erfahren in diesem Schnittpunkt (im Idealfall) den Wert und die Wertschätzung, die die Gemeinde ihnen entgegen bringt. Sie werden gehalten und können sich offen entwickeln.
Dieses Modell beschreibt nicht nur Zusammenhänge, die eine intensive Arbeit „Kirche mit Kindern“ fördern, sondern mit diesem Modell können sowohl Defizite und Mängel in der Arbeit festgestellt und verändert werden.
Einige Fragen können dies verdeutlichen:

 Zum Team:

  • Wie ist das Team zusammengesetzt?
  • Welche Befugnisse und Kompetenzen hat es?
  • Wie viel Zeit steckt es in die Arbeit und wie viel Zeit nimmt es sich für die Beziehungsstrukturen?
  • Schult sich das Team regelmäßig, bildet es sich fort?
  • Sorgt es (kontinuierlich) für Nachwuchs?
  • Wie sehen die Leitungsstrukturen aus?

Zum Glauben, zum Inhalt:

  • Wird über den Glauben überhaupt im Team gesprochen? (Offene Glaubensgespräche?)
  • Ist Glaube eine Erfahrungssache oder eine Wissenschaft für Eingeweihte?
  • Darf ich meine Meinung einbringen?
  • Ist der Glaube auf Wachstum, auf Veränderung, auf „Erwachsenwerden“ ausgerichtet?
  • Wie verhalten sich Wissen, Vertrauen, Erfahrung ?

Zu den Methoden:

  • Welche Methoden werden eingesetzt? (eine Sammlung machen)
  • Geschieht Fortbildung? Wird Neues, Kreatives ausprobiert?
  • Gibt es auch Methoden für das Team zur Texterschließung und Vertiefung?
  • Sind erfahrungsorientierte Methoden (Phantasiereisen, bibliodramatische Übungen, Gebärden, Kett-Methode, ...) bekannt?
  • Wie verhalten sich Methoden zu den Inhalten?

Zum Raum:

  • Wie ist der Raum gestaltet? z. B. monoton, kreativ, lieblos, kalt, warm, einladend?
  • Ist es ein sakraler (spirituell geprägter) Raum, ein Raum mit sakralem Charakter?
  • Darf der Raum verändert werden? Muss er es jedes Mal? Wer macht die Arbeit?
  • Dürfen Materialien, Bilder u. ä. über einige Zeit im Raum bleiben und ihn prägen?
  • Wie ist die Bestuhlung? Kindgemäß?
  • Wer hat den Schlüssel? Gibt es einen Materialschrank und ausreichend Material?

Diese Fragen lassen sich beliebig fortsetzen. Sie werden ergänzt durch die Frage:
Was würde (auf jeder Ebene) die Arbeit mit den Kindern fördern und unterstützen?

In Schulungen in Gemeinden und Kirchenkreisen bieten wir an, diesen Fragen an einem Werkstatt-Tag nachzugehen. Nachdem die Grundfragen geklärt sind, geschieht im zweiten Teil eine Fortbildung mit den Schwerpunkten: Methoden, Raumgestaltung, kreative und inhaltliche Zugänge zu biblischen Texten. Bei unserem diesjärigen Helfertag (20. Mai 2004) möchten wir dieses Modell vorstellen und haben zur Stärkung der Kompetenz der Mitarbeitenden und der Gemeinden zu jeder Ebene Angebote gemacht. Das Angebot, das Sie dort wahrnehmen, gehört also in den Gesamtzusammenhang unseres Konzeptes. Wenn Sie in Ihrem Kirchenkreis für Ihre Gemeinde an diesem Konzept weiter arbeiten wollen, wenden Sie sich an unsere Arbeitsstelle: Tel: 0202/2820-310 in Wuppertal.

Rüdiger Maschwitz
Landespfarrer für Kindergottesdienst
im Rheinland